Kategorie: wtf


Mission Tierportrait Teil 2

Nach einem Tag Shooting war es natürlich noch nicht vollbracht. Da ich kein Tierpräparator bin und die Kundin Ihre Tierchen psychisch wie physisch intakt zurückforderte, lag das Maximum der zusammen zu fotografierenden Protagonisten bei 4 pro Foto. Der Bildausschnitt blieb hierbei immer identisch,  so dass das nachträgliche Collagieren leicht fiel.

Schön wars. Erkenntnis des Tages: Papageien nicht im gleichen Raum wie das Set parken – wenn die erstmal den Blitzbereitschaftspiepton der Blitzanlage drauf haben, hilft nur noch Oropax.

Da mein Blog nicht den Genuss eines 110*110cm großen Gemäldes in dem extra dafür angefertigten Rahmen ersetzen kann, hier noch ein paar Details aus dem Motiv – immer noch weit von der endgültigen Auflösung entfernt:)

 

Make-Up & Hair: Theresia Pistel

Hut & Kleid: Vecona


Mission Tierportrait Teil 1

Ich hätte gerne ein inszeniertes Portrait – ein Portrait mit meinen Tieren – mit rund 25 Tieren – vielleicht auch mehr?

Wieso auch nicht:) Man nehme jede Menge Platz (danke an Viprinet hierfür)..

..ersteigert ein Chippendale-Sofa auf Ebay und verteilt überall Stroh,

parkt auf der kompletten Produktionsfläche Hunde,

frisch gebadete Hühner,

noch mehr Hunde,

Riesen-Tausendfüssler,

Papageien..

und organisiert von Vecona passende Gewänder und lässt von Theresia Pistel Haare und Make-Up der Kundin machen.

Jetzt nur noch alles zurechtrücken, die ersten beiden Protagonisten fotografieren und danach mit festsitzendem Stativ die gleiche Situation noch etwa 25mal mit den anderen zu motivierenden Tierchen durchspielen.


Liebe Künstler Sozialkasse,

vor 2,5 Monaten, aus studentischer Perspektive gerade zu vorbildlich früh, schickte ich Euch meine Anmeldeunterlagen, um nach Beendigung des Studiums bei Euch aufgenommen zu werden. Letzte Woche Donnerstag erreichte mich dann endlich ein Schrieb, dass meine Nachweise zur erwerbsmäßigen Ausübung einer selbständigen nach dem KSVG zu prüfenden Tätigkeit noch unzureichend wären und ich bitte noch Rechnungen mit Zahlungsbelegen, Verträge, Akquiseunterlagen o.ä. nachreichen solle. Leider liegt es in meiner Natur formularhassenderweise mich von solchen Schreiben erst einmal unglaublich herunterziehen zu lassen, obwohl es nicht mal ein sonderlich persönliches Schreiben war und es eher so wirkte, als hätte bei Euch jemand random entschieden, was ich denn alles noch so an bedruckten Blättchen (mit künstlerischem Wert) an Euch schicken könnte.

Folge dessen hielt ich es für das sinnvollste, doch erst einmal bei Euch anzurufen und konkret nach meinem Fall zu fragen: was wollt Ihr denn grade wirklich bevor ich meinen halben Aktenschrank kopiert an Euch versende? Diverse Minuten in der Warteschleife vergehen, irgendwann werde ich rausgeschmissen. Bei erneutem Versuch bekomme ich nur noch das Besetztzeichen zu hören. Das ganze wiederholt sich einige Male bis ich entscheide, den Anruf auf nachmittags zu verlegen. Ein Herr vom Servicecenter hebt um 15:00 ab und erklärt mir zunächst einmal, dass keine Sachbearbeiter mehr im Hause sind. Er könne mir aber auch sicher weiterhelfen. So erzähle ich Ihm von dem Schrieb und er erwidert mit einer allwissenden Überzeugung, dass ich bereits zur Anmeldung ein diesjähriges Einkommen von 3900€ nachweisen müsse. Ich falle aus allen Wolken. Ich erkläre dem Allwissendem leicht erzürnt, dass in den Anmeldeformularen von einer Mindesteinkommensgrenze von 3900€ am Ende des Jahres die Rede sei – das hätte ich wohl nicht sagen sollen. Der Allwissende reagiert pampig. Nein, man müsse direkt zur Anmeldung 3900€ nachweisen können! Dass ich gerade aus dem Studium komme und bereits seit einigen Jahren selbständig arbeite, macht die Sache nicht besser: Als Berufsanfänger gilt man nur in den ersten drei Jahren seiner Selbständigkeit – auch wenn diese nur genutzt wurde, um sich sein Studium zu finanzieren (also liebe Design&Fotografie-Studenten: entweder kellnern statt Berufserfahrung sammeln oder es während des Studiums schaffen einen großen Kundenkreis zu akquirieren – ich hab mich leider zu sehr aufs Studium konzentriert). Laut dem Allwissenden heißt dies ich muss jetzt direkt 3900€ nachweisen, Ende der Diskussion! Aber ich könne ja gerne nächste Woche wieder anrufen. Das tue ich heute also und bekomme eine Eurer Damen aus dem Servicecenter zu sprechen. Ich erzähle Ihr, was der Allwissende mir einbläute, und sie wiederholt mit einer nicht ganz so ausgeprägten Überzeugung, was der Allwissende sagte. Ok, ich finde mich damit ab, dass ich alle Rechnungen dieses Jahres inkl. Bankauszüge an Euch schicke, auf dass Ihr entscheidet, ob das jetzt so ok und vor allem künstlerisch wertvoll ist. Allerdings hatte ich bereits solche Rechnungen an Euch geschickt, aber vergessen mir zu notieren, welche das nun waren. Also rufe ich ein drittes Mal an. Das Servicecenter leitet mich diesmal direkt an eine Eurer Sachbearbeiterin weiter. Ich erzähle erneut, was der Allwissende mir predigte und bekomme ein kurzes, relaxtes „nein, das stimmt so nicht“ zu hören. Sie wirft einen kurzen Blick auf meine eingereichten Rechnungen und meinte, dass sei an sich alles super, sie hätten nur gerne noch ein paar mehr von anderen Kunden – natürlich könnten sie jetzt noch nicht verlangen, dass man 3900€ nachweist! Kein Problem! Eure Sachbearbeiterin entschuldigte sich für das Servicecenter: es gäbe neue Mitarbeiter – sie würde natürlich weiterleiten, wie die Sachlage wirklich sei.

Also eigentlich alles halb so wild! Nur solltet Ihr Euer Servicecenter vielleicht in Stresscenter umbenennen, damit man weiß, was einen erwartet, wenn man nicht direkt zu den Sachbearbeitern durchgestellt wird. Mögen die Damen und Herren hoffentlich wirklich neu im Hause sein und noch weniger als ich von der Materie verstehen, aber gewillt sein dazuzulernen. Dann werden wir vielleicht doch noch Freunde.